Kinderorthopädie – bei angeborenen oder erworbenen Erkrankungen

Die Kinderorthopädie ist ein sehr alter Zweig der Medizin. Viele traditionelle Behandlung gehen bis ins Altertum zurück (Hippokrates) und werden heute ähnlich, jedoch mit modernen Hilfsmitteln durchgeführt.

Die ursprüngliche Orthopädie befasste sich fast ausschließlich mit Kindern und Jugendlichen, das lag sicherlich in erster Linie daran, dass man einen im Wachstum befindlichen Bewegungsapparat noch effektiver und schneller verändern und heilen kann, als bei Erwachsenen. Erst mit weiteren, unter anderem operativen, Behandlungsmethoden wurde die Erwachsenenorthopädie weiterentwickelt. Vor diesem Hintergrund wurde der Fokus der Orthopädie auf den erwachsenen Menschen gelegt und die Kinderorthopädie an den Rand gedrängt. Heute gibt es beide Orthopädiezweige, die sich jeweils mit den Anforderungen und Bedürfnisse der Patienten richten.

Die Kinderorthopädie beschäftigt sich mit allen Belangen rund um den Bewegungsapparat von Kindern und Jugendlichen. Viele Besuche bei einem Kinderorthopäden dienen lediglich der Beratung und der Entwicklungsüberprüfung. Bei der ärztlichen Untersuchung wird der junge Patient kindgerecht untersucht und der Arzt erklärt genau was er tut und wieso er dies tut. Dadurch fühlen sich die Kinder ernst genommen und sicher. Die Ärzte erklären auch den anwesenden Eltern die einzelnen Untersuchungen detailliert und nehmen sich viel Zeit für Rückfragen seitens der Eltern oder der Kinder. Sobald alle Untersuchungen abgeschlossen sind, wird den Eltern und den Kindern die Diagnose mitgeteilt und gemeinsam mit den Erziehungsberechtigen mögliche Therapien erörtert und letztlich ein Behandlungsweg festgelegt.

Oft werden in der Kinderorthopädie konservative Therapien eingesetzt um den jungen Patienten bei Fehlstellungen und anderen Erkrankungen zu helfen. Bei den, in erster Linie bei Säuglingen, weit verbreiteten Hüftdysplasien werden beispielsweise durch bestimmte Wickelmethoden oder Tragemethoden angewendet um einer schwachen Hüftdysplasie entgegenzuwirken. Bei einer schweren Fehlbildung kommen andere konservative Behandlungen zum Einsatz, beispielsweise eine spezielle Schiene oder ein Gips. Nur bei besonders schwerwiegenden Erkrankungen ist eine Operation notwendig.

Gerade in der Kinderorthopädie gibt es viele verschiedene Therapien und Therapievarianten, die sich dem Alter und den Anforderungen der Patienten anpassen und die Erfolgsaussichten erhöhen. Daher ist es wichtig bei orthopädischen Problemen frühzeitig bei der Kinderorthopädie vorstellig zu werden, denn gerade ein im Wachstum befindlicher Körper kann sich bei entsprechender Behandlung gut regenerieren, jedoch bei falscher und unzureichender Behandlung stark beeinträchtigt werden.