Kniechirurgie – damit es wieder vorwärts geht

Das Knie ist das größte und zugleich am meisten beanspruchte Gelenk unseres Körpers. Seine Funktion (Roll-Gleitbewegung) ist sehr komplex und die Anatomie dementsprechend kompliziert. Es verbindet den Oberschenkelknochen (Femur) mit dem Schienbein (Tibia) und zusätzlich den Oberschenkelknochen mit der Kniescheibe (Patella). Stabilisiert wird das Kniegelenk durch die Kapsel, die Kreuz- und Seitenbänder sowie die Oberschenkelmuskulatur und gewährleisten die nötige Bewegungsfreiheit und Kraftübertragung. Die bestehende Inkongruenz der Gelenkflächen wird durch den Innen- und Außenmeniskus ausgeglichen. Erkrankungen des Kniegelenkes sind aufgrund der starken Beanspruchung und hohen Verletzungsanfälligkeit in der täglichen Praxis sehr häufig anzutreffen. Im Vordergrund stehen dabei:

  • Meniskus
  • Knorpel
  • Kreuzband
  • Innenband
  • Außenband
    Prothese
  • Schlittenprothese
  • Achsenkorrekturen (Umstellungsoperation – HTO)

Bei unzureichendem Effekt konservativer Behandlungsmaßnahmen (Physiotherapie, Bandagen, Einspritzungen ins Gelenk) sind häufig arthroskopische Eingriffe (sog. Schlüsselloch-Operationen) angezeigt. Bei der Gelenkspiegelung (Arthroskopie) können Meniskusrisse  sparsam entfernt bzw. geglättet und evtl. vorliegende Begleitverletzungen in gleicher Sitzung mit therapiert werden. Je nach Befund ist bei regelrechtem Heilungsverlauf nach ca. 2-3 Wochen wieder mit der vollen Belastbarkeit des Kniegelenkes zu rechnen. Bei frischen Sportverletzungen können unter bestimmten Voraussetzungen Meniskusrisse auch wieder genäht werden, was jedoch eine längere Entlastungsphase (ca. 6 Wochen) nach der Operation erforderlich macht. Bei Nichtvorliegen schwerwiegender Nebenerkrankungen können diese Operationen in aller Regel ambulant durchgeführt werden. Aufgrund der Zunahme sportlicher Betätigungen in der Bevölkerung (z.B. Skifahren, Fußball) ist in den letzten Jahren ein Anstieg von besonders vorderen Kreuzbandverletzungen zu verzeichnen. Eine MRT- Untersuchung ist auch zum Ausschluss möglicher Begleitverletzungen dabei unerlässlich.

Knorpelschädigungen bis hin zu vermehrter Abnutzung des Kniegelenkes (Arthrose) können ihre Ursache auch in einer angeborenen oder erworbenen Fehlstellung der Beinachse (O-Bein, X- Bein) haben. Um das weitere Fortschreiten des Gelenkverschleißes zu verzögern, kann eine Umstellungsoperation sinnvoll sein. Zur Korrektur der Achsabweichung wird aus dem beteiligten Knochen entweder ein Keil herausgenommen oder ein Keil aus Eigenknochen (Beckenknochen) oder auch Fremdknochen bzw. Knochenersatzmaterial eingearbeitet werden.