Schultergelenks Arthrose

In höherem Alter oder nach Brüchen des Oberarmkopfes kann eine abnutzungsbedingte Schultergelenks Arthrose entstehen. Auf Grund der geringeren Belastung im Vergleich zu Hüft oder Kniegelenk kann häufig mit lokalen Injektionen (Analgetika/Hyaluronsäure) mit begleitender Physiotherapie eine Linderung der Beschwerden erreicht werden.

Je nach Funktionseinschränkung, Schmerzentwicklung und  Zustand der umgebenden Sehnen der Rotatorenmanschetten kann ein Gelenkersatz zur Wiederherstellung der Gelenkfunktion nötig sein. Auf Grund der komplexeren Mechanik mit 3 Freiheitsgraden ist der Gelenkersatz jedoch ungleich schwieriger als bei Hüft- oder Kniegelenk. Daher gibte es unterschiedliche Endopothesentypen, die je nach Beschaffenheit von Gelenk und Sehnen und nach exakter Planung angewendet werden.

Oberflächenersatzprothesen (sog.Kappen) können bei isolierter Destruktion des Humeruskopfes und bei zentrierten Gelenk mit intakten Sehnen verwendet werden (max 10%).

Totalendoprothesen kommen bei Beteiligung der Pfanne bei intakten um gebenden Sehnen zur Anwendung: Der Vorteil besteht in der verbesserten Schmerzreduktion und der Optimierung der Gelenkmechanik.

Inverse Prothesen kehren das Kugel-Kopf Prinzip um und werden v.a bei älteren Patientinnen und Patienten bei großen Defekten der umgebenden Rotatorenmanschette angewendet. Durch Medialisierung und Distalisierung des Drehzentrums erhält der Deltamuskel einen besseren Hebel und kann so den Arm bewegen. Der Vorteil insbesondere bei älteren und alten Patienten besteht darin, daß nach der Operation keine Schonung oder Ruhigstellung erforderlich ist, nach gesicherter Wundheilung der Arm sofort im beschwerdearmen Bewegungs- und Belastungsumfang gebraucht werden kann.